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Flüchtlingshilfe: Harte Arbeit, gutes Miteinander

Berlin, 11.03.2016.
Die Aufnahme und Registrierung der Flüchtlinge in Berlin ist auf einem guten Wege. Das teilte der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja, am vergangenen Freitag vor Journalisten mit. Er dankte allen, die daran mitgewirkt haben – auch den Soldaten der Bundeswehr.

Zwei Soldaten an einem Schreibtisch, einer nimmt den Fingerabdruck eines Mannes

Fingerabdruck und Passfoto: diese Aufgabe übernehmen jetzt auch die Soldaten (Quelle: KdoTA/Lopez)Größere Abbildung anzeigen

Seit September 2015 unterstützen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bei der Flüchtlingsregistrierung im Landesamt für Gesundheit und Soziales; kurz: LaGeSo. Zurzeit sind in den Bearbeitungsstellen der Behörde in der Berliner Kruppstraße, Turmstraße und Bundesallee täglich etwa 40 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt. Sie unterstützen bei der Datenerfassung und -eingabe zur Registrierung der Flüchtlinge.

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Schnelle und faire Verfahren

Ein Mann steht im Scheinwerferlicht vor Journalisten mit Kameras und Mikrofonen

Großes Medieninteresse: Senator Czaja stellt das neue Registrierungsverfahren vor (Quelle: KdoTA/Lopez)Größere Abbildung anzeigen

Bis zu Beginn des Jahres hatte die Behörde immer wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Der Flüchtlingsansturm konnte offenbar nicht bewältigt werden. Zu Hunderten standen die Menschen im Freien vor dem Behördengebäude und mussten dort oft tagelang ausharren, bis sie zur Erstregistrierung vorgelassen wurden. Diese „unerträglichen Zustände“ seien nun vorbei, so Senator Czaja.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – BAMF – wurde ein neues Verfahren entwickelt, das eine zügige Registrierung der Flüchtlinge und Einleitung der Asylverfahren ermöglicht. „Unser Ziel sind schnelle und faire Asylverfahren“, sagte Czaja. Berlin ist nun das erste Bundesland, in dem das neue Verfahren in den Praxisbetrieb übernommen wurde.

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Menschen hinter den Daten

Soldat vor einem Schreibtisch mit einem Passdokument in der Hand

Registrierung fast abgeschlossen: Hauptfeldwebel Zwiersch prüft den Ankunftsnachweis (Quelle: KdoTA/Lopez)Größere Abbildung anzeigen

Damit hat sich auch die tägliche Arbeit der Soldaten verändert. Beschränkte sich ihre bisherige Tätigkeit auf die Dateneingabe, so haben sie nun auch direkten Kontakt zu den Flüchtlingen. „Wir haben nicht mehr nur mit den Daten, sondern auch mit den Menschen zu tun“, sagt Leutnant Patrick Isbander. Er ist der militärische Führer der Soldaten im LaGeSo-Standort Kruppstraße. Berührungsängste gebe es nicht. „Dass wir hier in Uniform arbeiten, ist kein Problem“, sagt er. „Die Menschen begegnen uns freundlich.“ Ein Blick in einen der Bearbeitungsräume zeigt, was das heißt: Hier arbeitet Hauptfeldwebel Michael Zwiersch.

Er geht auf den Gang vor seiner Tür und ruft einen jungen Mann zu sich, der wie viele andere dort sitzt und wartet. Der junge Mann wirkt schüchtern. Aber als ihm Hauptfeldwebel Zwiersch erklärt, was nun passiert, ist er sofort kooperativ. „Wir nehmen Fingerabdrücke und machen ein Passfoto“, sagt er auf Englisch. Der Mann versteht ihn. „Das ist nicht immer so“, sagt Zwiersch. „Wir haben es hier mit vielen Menschen aus verschiedensten Ländern und mit sehr unterschiedlichen Sprachkenntnissen zu tun.“ Manchmal müsse man auch mit Händen und Füßen kommunizieren. „Aber es klappt am Ende immer“.

Mit großer Sorgfalt fertigt er Fingerabdrücke und ein Porträtfoto des jungen Mannes. Der wiederum macht bereitwillig mit; er ist offensichtlich froh, dass es für ihn weitergeht. Wenn alle Daten eingegeben sind, wird er eine Art Pass erhalten, den so genannten Ankunftsnachweis. Damit ist er offiziell in Berlin registriert. Zugriff auf die Daten haben auch die Bundespolizei und das BAMF, womit eine Sicherheitsüberprüfung und die schnelle Weiterbearbeitung bis hin zum Asylverfahren gewährleistet sind. Bis zu 700 Menschen werden laut Senator Czaja so täglich registriert; damit sei eine Verdoppelung der Bearbeitungszahl erreicht.

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Gutes Miteinander

Senator Czaja dankte allen, die dazu beigetragen haben, dass das neue Verfahren in so kurzer Zeit eingeführt und erfolgreich umgesetzt werden konnte. „Unsere Mitarbeiter haben hart gearbeitet“, sagte er und verwies auf die hilfreiche Unterstützung durch Kräfte von Polizei und Bundeswehr. „Das ist ein sehr gutes Miteinander“, sagt er. Hauptfeldwebel Zwiersch stimmt dem zu. „Wir arbeiten hier sehr gut zusammen und unterstützen uns gegenseitig.“

Das Lob des Senators kommt gut an und motiviert nicht nur die Soldaten, weiterzumachen. Denn auch wenn der Flüchtlingsstrom zurzeit deutlich abgeklungen ist, ein Ende ist noch nicht in Sicht.

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Stand vom: 15.03.16 | Autor: 


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