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Und da wurden aus sieben wieder acht

Dieser Aufstellungs-Appell entspricht keinem Klischee. Denn statt einer Grünfläche ist der NATO-Saal am Standort Wilhelmshaven der Schauplatz. Statt einmarschierender Soldaten blickt eine Gruppe Uniformierter und Zivilisten freundlich zu den versammelten Gästen hinüber. Und statt eines Musikkorps, das zum Abschreiten der Front aufspielt, sitzt vor den Stuhlreihen der Zuschauer ein Bläserquintett des Luftwaffenmusikkorps Münster. Hier in Wilhelmshaven nimmt die MAD-Stelle 8 offiziell ihren Dienst auf.

Luftbild des Marinestützpunktes Wilhelmshaven

Der Stützpunkt Wilhelmshaven ist der größte Bundeswehrstandort insgesamt. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Es ist noch gar nicht lange her, dass einige Politiker den Militärischen Abschirmdienst abschaffen wollten“, erzählt Dr. Christof Gramm, der Präsident des MAD, den etwa 75 Gästen im Saal. Vertreter von Bundeswehr-Dienststellen sind darunter, Leiter anderer MAD-Stellen, Angehörige von Partner-Diensten des MAD sowie der Polizei und zivilen Verwaltung. Auch Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner ist gekommen. Inzwischen hätten sich die „sicherheitspolitischen Koordinaten“ deutlich geändert, erläutert Dr. Gramm. Und auch die Wertschätzung für die Bundeswehr und den MAD seien gestiegen. Erstmals nach zwei Jahrzehnten des Sparens werde wieder aufgestockt – materiell wie personell.

Es lohnt sich, genau hinzuschauen

Mann am Stehpult spricht in ein Mikrofon

Der Präsident des Militärischen Abschirmdienstes Dr. Christof Gramm (Quelle: MAD)Größere Abbildung anzeigen

Die Aufgaben für den Dienst sind sehr umfangreich. Der Präsident zählt einige von ihnen auf: Bald gebe es die so genannte Soldateneinstellungsüberprüfung, „damit nicht die Falschen zur Bundeswehr kommen“. Auch auf Bundeswehr-Angehörige, die sich radikalisierten, habe der MAD ein waches Auge. Im Bereich des Rechtsextremismus bleibe der Dienst ebenfalls wachsam. Es lohne sich, bei den „Reichsbürgern genau hinzuschauen“. Zwar sei nicht jeder Reichsbürger gleich ein Rechtsextremist; aber unter den Rechtsextremisten gebe es etliche Reichsbürger. Auch die Spionageabwehr erwache aus „ihrem Dornröschen-Schlaf“. Es gebe mittlerweile wieder einige „Freunde“, die mit Unverfrorenheit in Deutschland tätig sind. Und schließlich wachse die Cyber-Abwehr an Bedeutung. Auch hier sei der MAD dabei: „Es interessiert uns, wer mit welchem Interesse in unsere Netze eindringt.

Der Militärische Abschirmdienst habe in den vergangenen 20 Jahren wie die übrige Bundeswehr einen „erheblichen Aderlass“ hinter sich, sagt Dr. Gramm. Von einstmals 14 MAD-Stellen seien sieben übrig geblieben. Nun werde in Wilhelmshaven aus der „abgesetzten Ermittlungsteileinheit“ eine vollwertige achte MAD-Stelle. Zum Leiter bestellt Dr. Gramm Oberstleutnant Harald Ewert und wünscht ihm „eine glückliche Hand“. Ewert habe bereits zu Beginn seiner Tätigkeit für den Abschirmdienst in Wilhelmshaven gearbeitet und hier Erfahrungen sammeln dürfen.

Dieser zeigt seine Freude über die neue Position. Er meldet in Richtung des Präsidenten: „MAD-Stelle 8 ist bereit, ihre Aufgabe zu übernehmen.“ Die Gäste begrüßt Ewert mit einem fröhlichen „Moin“. Und in Richtung seiner angetretenen Mitarbeiter sagt Ewert: „Ich freue mich darauf, mit Ihnen den Dienstbetrieb aufnehmen und gestalten zu dürfen.“ Dass Wilhelmshaven Standort für die achte MAD-Stelle werde, sei nicht von Beginn an klar gewesen, sagt Dr. Gramm. Es seien längere Diskussionen darüber geführt worden. Den Ausschlag habe jedoch die Stellungnahme des bisherigen Leiters der Außenstelle, Oberstleutnant Mario D‘Uva, gegeben. Dieser habe unermüdlich für Wilhelmshaven argumentiert. Und in der Tat sei Niedersachsen inzwischen mit mehr Dienstposten der Bundeswehr versehen als Bayern. Rund 50.000 Menschen dienten im Norden in den Streitkräften.

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Der MAD als erstklassiger Dienstleister

Mann mit Marineuniform spricht am Stehpult in ein Mikrofon

Flottillenadmiral Christoph Müller-Meinhard ist stolz auf die neue Dienststelle vor Ort. (Quelle: MAD)Größere Abbildung anzeigen

Auch Flottillenadmiral Christoph Müller-Meinhard, Kommandeur der Einsatzflottille 2, hatte zuvor den Aufwuchs beim Militärischen Abschirmdienst begrüßt. Der 3. April sei ein besonderer und ein guter Tag für die Dienststellen der Bundeswehr in Wilhelmshaven. Die Stadt sei nicht nur der größte Marine-Standort, sondern mittlerweile mit 9.000 Soldaten und Zivilangestellten der größte Bundeswehrstandort insgesamt. „Wir brauchen im MAD den kompetenten Ansprechpartner vor Ort“. Dieser sei erfahrungsgemäß ein „erstklassiger Dienstleister“, betonte Müller-Meinhard.

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Stand vom: 11.04.17 | Autor: 


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