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ABC-Abwehrtruppe – Reinigungsstraße für deutsche Fahrzeuge

Eine riesige Waschstraße im Umschlagszelt der Einsatz-Unterstützungskompanie ist jetzt der Arbeitsplatz der ABC-Abwehrtruppe in Litauen. Ihr Auftrag: Sämtliche militärischen Geräte vor der Verladung desinfizieren. Und das erfordert ein durchdachtes Konzept und eine effiziente Ablaufplanung. Immerhin geht es um 300 deutsche Fahrzeuge – darunter auch Großgerät, wie der Kampfpanzer Leopard 2, der Schützenpanzer Marder oder die Amphibie M3.

zwei Panzer werden in einer großen Halle mit einer Flüssigkeit angesprüht.

Die ABC-Waschstraße ist auch für große Fahrzeuge geeignet. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die erste Station in einem Bereich, der als „Technical Support Area“ bezeichnet wird, dient der Grundreinigung der Fahrzeuge. Im Anschluss erfolgt die fachliche Abnahme durch das ABC-Abwehrpersonal. Hierzu werden die Fahrzeuge zu reinigungsoptimierten „Paketen“ zusammengefasst und anschließend in die Hauptbehandlung weitergeleitet. Das große Umschlagzelt bietet die optimalen Voraussetzungen für die Durchführung der Desinfektionsmaßnahmen. Eine grundlegende Voraussetzung für die Errichtung dieser „Reinigungsstraße“ ist ein befestigter Untergrund sowie die völlige Witterungsunabhängigkeit.

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Halle mit Abflusssystem

Ein Fahrzeug fährt in ein großes Zelt

Einfahrt - Der Boden ist für die Aufnahme des „Schwarzwassers“ vorbereitet (Quelle: Bundeswehr)

Alle Maßnahmen können sowohl bei großer Hitze, als auch bei typischem litauischem Regenwetter durchgeführt werden. Eine Desinfektion ist vorschriftsmäßig abgeschlossen, wenn das Desinfektionsmittel die vorgegebene Einwirkungszeit von 30 Minuten erfüllt. Ausschließlich unter dieser Prämisse können die potentiellen Erreger abgetötet werden. Um bei der Behandlung des Materials das Einsickern und Entweichen des sogenannten „Schwarzwassers“ und Desinfektionsmittel sowie Ölen und Fetten zu vermeiden, wurde in der 1.650 Quadratmeter großen Hallenfläche eine widerstandsfähige Folie ausgelegt. Bei der Errichtung wurde zudem ein Abflusssystem installiert, bei dem das „Schwarzwasser“ in eine vorbereitete Sickergrube geleitet und zur nächsten Kläranlage transportiert wird.

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Nach 30 Minuten wird abgespült

Blick in eine Halle mit mehreren Bundeswehrfahrzeigen und zwei Panzern.

Nach 30 Minuten wird mit klarem Wasser abgespült. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Innerhalb der Reinigungshalle stehen vier Truppen-Entgiftungs-Platz-Fahrzeuge, TEP-90, die zur Desinfektion eingesetzt werden. Das Modul 1 des TEP-90 dient zur Ausbringung des Desinfektionsmittels auf die Fahrzeuge. Mittels eines sogenannten Hydroschildes werden die Fahrzeuge während der Einfahrt auf der Unterseite besprüht. Die Nutzung des Kranfahrzeuges ermöglicht es, den Soldaten auch größere Fahrzeuge auf der Oberseite mit Desinfektionsmittel zu besprühen. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit erfolgt das Abspülen mit klarem Wasser. Damit ist die Außendesinfektion abgeschlossen!

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Desinfektion bis ins kleinste Detail

Soldat in Schutzkleidung besprüht einen Gegenstand mit einer Flüssigkeit.

Jedes Bauteil des Fahrzeuges wird gründlich desinfiziert. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die anschließende Desinfektion der Innenräume wird in eigens dafür geschaffenen "Parkboxen" durchgeführt. Diese wurden von den Soldaten aus Paletten und Folien konstruiert. Mit Sorgfalt behandeln die spezialisierten ABC-Abwehrsoldaten die teils engen Innenräume der Fahrzeuge. Im Vorfeld haben die verantwortlichen Besatzungen ihre vorhandene Bordausstattung ausgeräumt und auf die bereitgestellten Paletten abgelegt. Die Desinfektion erfolgt mittels einer individuell für den Innenraum abgestimmten Substanz. Zur Bearbeitung wird die Flüssigkeit in das Behältnis der Druckspritze abgefüllt und großzügig auf die Oberflächen gesprüht. Dieser Arbeitsabschnitt ist nach einer Einwirkzeit von 30 Minuten abgeschlossen.

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Die Wirksamkeit ist gesichert

Soldaten in Schutzanzügen besprühen in einer großen Halle einen Panzer mit Flüssigkeit.

Die Fahrzeuge werden von allen Seiten besprüht. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Durch die Nutzung des Umschlagszeltes, der vier TEP-90 Systeme und durch den Einsatz der Abc-Abwehrtruppe, ist hier eine leistungsfähige und witterungsunabhängige Einrichtung zur Durchführung der Tierseuchenprophylaxe-Maßnahmen entstanden", so der zuständige Oberstabsveterinär Manuel B und ergänzt, „zudem wurde die Wirksamkeit der Desinfektion geprüft, sodass der Erfolg der Prophylaxe-Maßnahmen aus veterinärfachlicher Sicht gesichert ist."

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Der Inspekteur der Streitkräftebasis ist beeindruckt

Hauptmann G. im Gespräch mit dem Inspekteur der Streitkräftebasis (li.) (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Bei seinem Truppenbesuch lässt es sich der Inspekteur der Streitkräftebasis sich nicht nehmen, „seine“ ABC-Abwehrsoldaten zu besuchen. Unter Vollschutz mit Atemmaske arbeiten sie täglich bis zu 14 Stunden. Generalleutnant Martin Schelleis ist äußerst beeindruckt von der Arbeitsleistung seiner Soldaten. Der Kompaniechef, Hauptmann G., erklärt ausgiebig die notwendigen Einzelmaßnahmen sowie die abschließende Innenraumdesinfektion der Fahrzeuge.

Abschließendes Fazit: Alles sauber! Die erforderlichen Voraussetzungen für den Rücktransport des Materials der 1. Rotation enhanced Forward Presence Battle Group Litauen zurück ins Heimatland sind nun hergestellt.

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Stand vom: 15.08.17 | Autor: 


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