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Drei Granaten zur Indienststellung – Jägerbrück ist wieder Truppenübungsplatz

Ein dumpfes „Pfupp“, gefolgt von einem mächtigen „Bumm“ sowie einer fernen Explosion - mit drei Abschüssen aus einem Mörser wurde in Jägerbrück (Mecklenburg-Vorpommern) standesgemäß die Indienststellung des neuesten Truppenübungsplatzes der Bundeswehr der Öffentlichkeit „verkündet“.

Vor einem Wald fahren vier große Radpanzer.
Bereits am Indienststellungstag nutzte die Truppe den Platz wieder optimal. (Quelle: Landeskommando MV /Geschwentner)Größere Abbildung anzeigen

Die Besatzung des „Traditionsmörsers“ ist handverlesen: Als „Anwohner“ des Platzes lassen Oberstleutnant Wolf-Alexander Hamp, Kommandeur des Jägerbataillons 413, Oberstleutnant Sven Meyer, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 411 sowie Major Jürgen Böker, Kommandant des Truppenübungsplatzes Jägerbrück, ihre guten Glückwünsche lautstark ertönen. Vorher hatte Generalleutnant Peter Bohrer, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis, den formellen Appell durchgeführt.

Sechs Soldaten stehen an einem Metallrohr, aus dem eine Explosion zu sehen ist
Die erste Granate, von Oberstleutnant Wolf-Alexander Hamp „auf den Weg geschickt“, verlässt den Mörser. (Quelle: LKdo MV /Heberer)Größere Abbildung anzeigen

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Der neue „Besitzer“: Streitkräftebasis

Zwei Soldaten stehen auf einem Platz und tauschen ein Stück Papier aus.
Generalleutnant Peter Bohrer (l.) überreicht dem neuen Platzkommandanten die Indienststellungsurkunde. (Quelle: Landeskommando MV /Geschwentner)Größere Abbildung anzeigen

Aber warum ein Appell der Streitkräftebasis? Ganz einfach: Als Standortübungsplatz war Jägerbrück dem Heer, hier vor Ort dem Jägerbataillon 413 aus Torgelow, unterstellt. Mit der Aufwertung zum Truppenübungsplatz geht die Zuständigkeit und die Verantwortung an einen neuen „Besitzer“ über: Die Streitkräftebasis. Diese ist somit für die Rahmenbedingungen auf dem Truppenübungsplatz verantwortlich und ermöglicht damit erst den Schieß- und Übungsbetrieb.

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Veränderte Bedingungen in der Sicherheitspolitik

Drei Soldaten stehen vor einem Hügel und schauen auf eine sehr große Wiese
General Bohrer (Mitte vorn) bei der Einweisung in den Platz (Quelle: Landeskommando MV /Geschwentner)Größere Abbildung anzeigen

Rückblick: Im Oktober 2011 wird mit der damals notwendigen Neuausrichtung der Bundeswehr die Entscheidung gefällt, dass der Truppenübungsplatz Jägerbrück in einen Standortübungsplatz umzuwandeln ist. Dies hatte im Praktischen zur Folge, dass für die übende Truppe die Trainingsmöglichkeiten einer realitätsnahen Gefechtsausbildung stark reduziert wurden.

Drei Soldaten und ein Mann im Mantel unterhalten sich
Innenminister Lorenz Caffier (M.) im Gespräch mit den Generälen Michael Matz (r.) und Gerd Josef Kropf, 2.v.r.). (Quelle: Landeskommando MV/Geschwentner)Größere Abbildung anzeigen
Lorenz Caffier, Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundesrates, verdeutlichte bei seiner Rede zur Indienststellung des Platzes: „Selbstverständlich ist die sicherheitspolitische Lage bzw. die Entwicklungen im östlichen Europa – auch durch die davon direkt betroffenen NATO-Partner – ebenso ein wesentlicher Grund für die Entscheidung ´Truppenübungsplatz Jägerbrück´“.

Auch Generalleutnant Peter Bohrer ging auf diesen Aspekt ein. Zudem unterstrich er: „Insgesamt ist die Entscheidung zur Rückwandlung des Truppenübungsplatzes Jägerbrück eine Gemeinschaftsleistung. Sei es durch den Antrag des Heeres als Hauptnutzer des Übungsplatzes oder den Anstrengungen der Streitkräftebasis als Betreiber und zentralem Unterstützer vor Ort“.

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Ausbildungs- und keine Reisezeit

Seit dem 01. Oktober 2017 ist nun aus dem Standortübungsplatz Jägerbrück der Truppenübungsplatz Jägerbrück geworden. Die Truppenteile der Panzergrenadierbrigade 41 aus Neubrandenburg haben somit endlich wieder einen Übungsplatz „vor der Haustür“, der genau für ihre Anforderungen zugeschnitten ist.

Der weite Weg auf die Truppenübungsplätze Bergen, Munster oder Klietz gehört ab sofort der Vergangenheit an: Nun steht wieder die Ausbildungszeit im Mittelpunkt. Dies hob besonders Brigadegeneral Michael Matz, Stellvertretender Kommandeur der 1. Panzerdivision, mit seiner Rede hervor. Die 1. Panzerdivision ist die vorgesetzte Dienststelle der betroffenen Truppenteile.

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Nutzung ohne Beschränkungen

Ein Panzer fährt über ein schneebedecktes Feld
Jägerbrück – nun wieder auch für Kampfpanzer und zu jeder Jahreszeit nutzbar (Quelle: Landeskommando MV /Heberer)Größere Abbildung anzeigen
Unter dem Strich bleibt, dass der Platz nun wieder in vollem Umfang genutzt werden kann. Dies zeigten die Soldaten des Jägerbataillons 413 aus Torgelow bei der Indienststellung anhand zahlreicher realistischer Vorführungen. Die letzte „Ausbaustufe“ des Truppenübungsplatzes Jägerbrück wird erst im Jahr 2022 erreicht. Dieser Umstand schränkt die Nutzung durch die Truppe allerdings kaum ein. Wichtig ist, dass ab sofort Kampfpanzer Leopard, Schützenpanzer Marder, Transport- und Pionierpanzer Fuchs, GTK (Gepanzertes Transportkraftfahrzeug) Boxer und alle anderen Fahrzeuge der Bundeswehr hier gemäß ihrer Einsatzgrundsätze üben können. Sowohl im Kampf der verbundenen Waffen als auch mit den NATO-Partnern von nah und fern.

So hat bereits zu Jahresbeginn die niederländische 43. Mechanisierte Brigade den Platz getestet und kam wie die polnischen Kameraden zu dem Ergebnis: Hier kann man wieder zum Üben hinkommen.

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Stand vom: 15.12.17 | Autor: 


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