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Über uns

Die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr ist die zentrale militärische Ausbildungsstätte für das auf dem Gebiet des Diensthundewesens tätige Personal der Bundeswehr. Sie deckt durch die integrierte Ausbildung von Diensthundeführern und Diensthunden den Bedarf der Bundeswehr an geeigneten Diensthundeteams und führt Ausbildung von allen im Diensthundewesen tätigen Personen durch. Im Weiteren ist die Schule verantwortlich für die Qualitätssicherung im Zusammenhang mit Ausbildung und Einsatz von Diensthunden, überprüft den Leistungsstand der Diensthundeteams der Bundeswehr, aber auch der Diensthundeteams der unter Vertrag stehenden gewerblichen Bewachungsunternehmen.

Ein Soldat mit einem Hund, im Hintergrund ein Hubschrauber

Zeitenwandel - vom Wachbegleithund zu Spezialdiensthundeteams (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Ein weiterer Auftrag ist die Weiterentwicklung auf dem Gebiet des Diensthundewesens in der Bundeswehr und die zentrale Versorgung und Beschaffung für Hundeausrüstung, Ausbildungsgerät, Sanitätsmaterial und Diensthunde durch Zucht, Aufzucht und Ankauf.

Die Schule für Diensthundewesen ist mit der Diensthundeklinik zentral verantwortlich für die veterinärmedizinische Betreuung und Versorgung aller Diensthunde der Bundeswehr und stellt mit der Kommandeurin den obersten tierärztlichen Fachgutachter der Bundeswehr auf dem Gebiet des Diensthundewesens.

In der jüngeren Vergangenheit hat das Diensthundewesen der Bundeswehr einen bemerkenswerten Entwicklungsprozess durchlebt. Wurden früher fast ausschließlich Wachbegleithunde ausgebildet, so steht inzwischen die Ausbildung von Spezialdiensthundeteams im Mittelpunkt.

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Historie

Ein Wachmann mit einem Hund

Diensthundeteams damals... (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Die Historie der heutigen Schule geht auf das Jahr 1958 zurück. In Koblenz-Bubenheim wurde eine Hundestaffel aufgestellt, wobei Personal und Hunde damals aus britischen Diensten übernommen wurden.

Der Kernauftrag der Einheit war die Ausbildung von Wachmännern mit ihren Wachbegleithunden. Im Laufe der Jahre unterlagen sowohl Aufgabenspektrum wie auch Kompetenzen wesentlichen Änderungen. Die Ausbildung der Wachbegleithunde wurde dementsprechend durch weitergehende Spezialisierung dieser Hunde erweitert.

1993 wurden die ersten Wachbegleithunde der Schule zu Sprengstoffspürhunden spezialisiert, es entstand das Konzept des dualen Diensthundes. Das heißt, ein Diensthund kann neben den beschriebenen Spezialaufgaben auch als Hilfsmittel zur körperlichen Gewalt, also bei der Abwehr von Angriffen auf die Soldaten, Verfolgung Flüchtender und der Abschreckung von Gewalttätern eingesetzt werden.

Eine Soldatin mit einem Hund

... und heute. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Ab 1997 wurde das Ausbildungsspektrum um Rauschmittelspürhunde und Rettungshunde erweitert. Aus der Zunahme der Auslandseinsätze der Bundeswehr und den daraus resultierenden Risiken für die Soldaten ergab sich auch ein zunehmender Bedarf an Spezialhunden, beispielsweise zum Aufspüren von Personen, Sprengstoffen, Kampfmitteln oder Waffen. Diese Ausbildungsabschnitte fanden bereits ab dem Jahr 2001 in ehemaligen Munitionsbunkern im Ausbildungszentrum für Spezialhunde auf dem heutigen Gelände der Schule für Diensthundewesen in Ulmen statt. Fünf Jahre später wurden hier die ersten Minenspürhunde der Pioniertruppe ausgebildet.

Im Jahr 2005 wurde die gesamte Einrichtung von Koblenz-Bubenheim in den Hochpochtener Wald nach Ulmen verlegt. Im ehemaligen Munitionsdepot Ulmen in der Nähe von Cochem an der Mosel entstand eine einzigartige Trainingsanlage. Die 51 Munitionsbunker wurden in das Ausbildungszentrum für Spezialdiensthunde umgebaut und bieten beispielsweise mit Gleisanlagen, einer Hausruine, einem großen Abwasserkanalsystem, einer Bahnhofsvorhalle sowie Gepäckabfertigung optimale Voraussetzungen für die Ausbildung der Diensthundeteams. In den Bunkern kann witterungsunabhängig das Grundlagentraining durchgeführt werden, weiterführende einsatznahe Trainingseinheiten sind jedoch das Kernstück der nachhaltigen Ausbildung und müssen in der Realität an möglichst vielen verschiedenen Settings (Städte, Bahnhöfe, Fabrikgelände, Einkaufszentren, etc.) stattfinden, um dem Diensthundeteam die für den Einsatz vielen notwendigen unterschiedlichen Bilder mit auf den Weg zu geben.

Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Schule für Diensthundewesen am 8. August 2008 fanden einen besonderen Höhepunkt. Im Rahmen des feierlichen Appells wurde der damals namenlosen Liegenschaft der Name Gräfin-von-Maltzan-Kaserne verliehen. Dieser geht zurück auf die Tierärztin Maria Gräfin von Maltzan, welche im Dritten Reich trotz der bekannten Gefahren für das eigene Leben politisch Verfolgten half, zu überleben.

Maria Gräfin von Maltzan, Freiin zu Wartenberg und Penzlin
(* 25. März 1909; † 12. November 1997)
Tierärztin und Widerstandskämpferin gegen die Nationalsozialisten
Gerechte unter den Völkern

Eine Frau befestigt ein Band an einer Fahne

Malu Dreyer verleiht Fahnenband an Diensthundeschule. (Quelle: LKdo RP/Rojahn)Größere Abbildung anzeigen

Die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer verlieh der Schule für Diensthundewesen am 17. Juli 2014 im Rahmen eines feierlichen Appells auf dem Markt im Herzen der Patengemeinde Ulmen das Fahnenband zur Truppenfahne „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um die Bürgerinnen und Bürger des Landes Rheinland-Pfalz.“

Im Jahr 2015 wurde die Ausbildung anhand neuer Bedarfsträgerforderungen der Fallschirmjägertruppe, der Objektschutzkräfte der Luftwaffe und der Pioniertruppe umgestellt. Hieraus resultieren drei neue Diensthundetypen, die dual ausgebildeten Diensthunde der spezialisierten Kräfte sowie der Kampfmittelspürhund als Monohund mit der Fähigkeit, auch auf Distanz geführt zu werden.

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Diensthundetypen

Heute bildet die Schule für Diensthundewesen Sprengstoff- und Rauschgiftspürhunde der Feldjägertruppe, Minenspürhunde der Pioniere, Zugriffsdiensthunde des KSK, Spezialdiensthunde der Fallschirmjägertruppe und der Objektschutzkräfte der Luftwaffe sowie Kampfmittelspürhunde für das Zentrum Kampfmittelbeseitigung der Bundeswehr mit den dazugehörigen Diensthundeführern aus. Diese Diensthundeteams tragen durch die spezifischen Fähigkeiten zum bestmöglichsten Schutz der Soldatinnen und Soldaten, aber auch der Bevölkerung, in den zahlreichen Einsatzgebieten der Bundeswehr bei.

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Schwerpunktverlagerung Zucht / Aufzucht

Ein Hundewelpe

Eigene Zucht und Aufzucht. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Auf Grund des erweiterten Aufgabenspektrums der Diensthunde und der Marktsituation hat es eine Schwerpunktverlagerung vom Ankauf hin zur eigenen Zucht und Aufzucht gegeben. Durch gezielte Anpaarung der Elterntiere, Qualitätssicherung und eigene Aufzucht kann die Schule für Diensthundewesen den strengen Auswahlkriterien, den gestiegenen Anforderungen und dem wachsenden Bedarf an speziell ausgebildeten Diensthunden gerecht werden.

Die Junghunde werden bis zur Einsteuerung in die lehrgangsgebundene Ausbildung von Experten der Schule für Diensthundewesen auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet. Hier wird durch intensives und spielerisches Training die optimale Lern- und Prägephase der künftigen Diensthunde genutzt, um Umweltsicherheit, Triebförderung und Sozialisierung zu erreichen.

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Ausbildung zum Diensthundeführer

Ein Soldat spielt mit ihrem Hund.

„Als Team zusammenwachsen, im Team zusammen wachsen!“ (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Intensives Training, Bindung und Vertrauen sind die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Mensch und Hund. Nur so können beide zu einem effizienten Team zusammenwachsen. Die Ausbildung zum Diensthundführer dauert je nach Diensthundetyp 8 bis 11 Monate. In dieser Zeit erlangt auch der Diensthund seine Reife zum Spezialdiensthund. Die ersten Trainingswochen sind besonders wichtig, um eine enge Bindung zum Diensthund aufzubauen. Der Trainingsaufbau unterscheidet sich je nach Diensthundetyp, aber grundsätzlich erfolgt eine Kennenlernphase, gefolgt von Unterordnungsübungen. Stimmen die Basis und der Gehorsam, folgt die Ausbildung im Bereich Schutzdienst. Hier darf der Hund auch seine „42 guten Argumente“ einsetzen. Im Bereich der Spürarbeit lernt das Diensthundeteam die Suche und das Anzeigen von Sprengstoffen, Chemikalien, Explosivstoffen, Minen, IEDs oder auch Waffen und Munition. Je nach Diensthundetyp und Truppengattung unterscheiden sich, wie auch im Schutzdienst, hier Art der gesuchten Stoffe und der Umfang der Ausbildung erheblich.
Der Schlüssel zum Erfolg bei der Diensthundeausbildung ist die Nutzung des Spiel- und Beutetriebes des Diensthundes. Mit positiver Bestätigung, Spielen, Loben und natürlich Leckerchen, wird der Hund in seinem Verhalten bestätigt und gefördert.

Zwei Soldaten mit Hunden stehend

Bestens ausgebildet - Spürhunde im Einsatz. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Als hoch qualifiziertes und zertifiziertes Diensthundeteam erfüllen Soldat und Diensthund einen wichtigen Beitrag im neuen Aufgabenspektrum der Streitkräfte im In- und Ausland. Mit ihren Fähigkeiten tragen sie zum Schutz von Soldaten und der Bevölkerung bei. Die Teams kehren in den Folgejahren immer wieder an die Schule zurück, um sich nach neuesten Erkenntnissen aus Einsatz, Forschung und Weiterentwicklung fortzubilden. Darüber hinaus werden sie hier mit dem modernsten Equipment für den Einsatz ausgestattet.

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Eine Hund bei einer Tierärztin auf dem Behandlungstisch

Das Beste für den Hund - eine hochmoderne Diensthundeklinik. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Diensthundeklinik

Auch für die Gesundheit der Tiere ist in Ulmen mit unserer Diensthundeklinik bestens gesorgt. Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Tierpfleger kümmern sich um das Wohlergehen unserer Schützlinge.

Von der Ernährungsberatung, Diagnostik, Therapie bis zur Operation ist alles möglich. Röntgen-, Ultraschallgerät und alles, was zu einer modernen Diensthundeklinik gehört, ist vorhanden. Nicht nur die Behandlung der „Vierbeiner“ im Krankheitsfall wird durch die Diensthundeklinik gewährleistet. Für Auslandseinsätze werden Abreiseuntersuchung und prophylaktische Maßnahmen, Rückkehruntersuchung sowie die Versorgung der Auslandsapotheke mit Tierarzneimitteln durchgeführt. Damit der treue Begleiter auch „morgen noch kraftvoll zubeißen“ kann, gibt es dazu noch eine Dentalstation.

Zwei Soldatinnen vor einem Bildschirm

Televeterinärmedizinischer Arbeitsplatz ermöglicht Unterstützung bei Auslandseinsätzen. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Neben der Terminsprechstunde für alle Diensthunde der Bundeswehr und der tiermedizinischen Versorgung der an der Schule befindlichen Lehrgangs-, Vorführ- und Spezialhunde ist durch die veterinärmedizinische Notfallbereitschaft die Notfallversorgung von Diensthunden im Umkreis von 200 km 365 Tage im Jahr Tag und Nacht sichergestellt. Im Rahmen der Versorgung von Diensthunden im Auslandseinsatz stellt die Diensthundeklinik rund um die Uhr einen zuverlässigen und kompetenten Ansprechpartner für die im Auslandseinsatz befindlichen Sanitätsoffiziere des Veterinärwesens der Bundeswehr dar.

Dazu steht ein televeterinärmedizinischer Arbeitsplatz zur Verfügung. Darüber können Röntgenbilder, mikroskopische Aufnahmen, Bilder und Diagnosen ausgetauscht und gemeinsam besprochen werden. Damit steht eine konkrete Hilfe bei der Entscheidungsfindung zur Verfügung.

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Hundegestützte Intervention in der Therapie PTBS-Erkrankter Kameraden

Ein Mann und ein Hund sitzen auf der Wiese.

Hundegestützte Intervention in der Therapie: Diensthund Amadeo bei der Arbeit. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Derzeit wird in Zusammenarbeit mit dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz mit hohem Aufwand ein Konzept erarbeitet, um Diensthunde als Therapiebegleithunde für unsere traumatisierten, an der Seele verletzten Kameradinnen und Kameraden auszubilden. Insgesamt wurde die im Rahmen einer Studie bislang durchgeführte hundegestützte Intervention von den Patienten, Therapeuten und Pflegepersonal als sehr positiv bewertet. Das Behandlungsteam berichtete vom "Aufblühen" einiger, unter anderem auch chronifizierter Patienten. Mit der in Auswertung befindlichen Studie soll geprüft werden, ob diese subjektiv empfundenen und beobachteten positiven Effekte der hundegestützten Intervention wissenschaftlich belegt werden können.

Ein Hund mit einem Geschirr und der Aufschrift Sozialdienst

Neuer „Mitarbeiter“ im Sozialdienst: Diensthund Teddy . (Quelle: Bundeswehr/Ink)Größere Abbildung anzeigen

In einem weiteren Pilotprojekt "Hundegestützte Sozialarbeit" wurde im April 2015 der erste Sozialarbeiter der Bundeswehr mit einem Therapiebegleithund ausgebildet. Sozialdienstmitarbeiter begleiten u.a. die Aktivitäten der Familienbetreuungszentren und betreuen Einsatzrückkehrer und ihre Familien auf Einsatznachbereitungsseminaren. Der Einsatz eines geeigneten Diensthundes kann sich hier positiv auf die zwischenmenschlichen Interaktionen auswirken. Besonders hilfreich erscheint der Einsatz im Rahmen der intensiven Begleitung von PTBS-Erkrankten und deren Familien, einschließlich der Auswirkungen auf das psychosoziale private und kollegiale Umfeld. Gerade in belasteten Familiensituationen verspricht die niederschwellige adressatengerechte Kontaktaufnahme zu den Familienmitgliedern, insbesondere zu betroffenen Kindern, eine signifikante Erleichterung der Sozialarbeit.

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Stand vom: 06.06.16 | Autor: 


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