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Über uns

Konfliktformen, die die Bundeswehr heute erwarten, sind komplexer Natur. Zerfallene Staaten, asymmetrische Bedrohungen, staatliche und nichtstaatliche Akteure sowie eine wachsende globale Vernetzung prägen das sicherheitspolitische Umfeld. Ein zentraler Faktor in allen Konfliktformen sind die Menschen, die Informationen aufnehmen, diese untereinander austauschen und sie zur Grundlage ihres eigenen Handelns machen. Mittels moderner Informations- und Kommunikationssysteme findet dieser Prozess nahezu ohne räumliche und zeitliche Begrenzungen statt. Ein Ereignis in einer Konfliktregion kann mithilfe von Handykameras und sozialen Netzwerken mit minimaler Verzögerung an einem anderen Ort der Welt wahrgenommen werden und sich dort unmittelbar auswirken.

Für militärische Entscheidungen auf allen Ebenen ist es daher unerlässlich, diesen „Faktor Information“ zu berücksichtigen und in den Entscheidungsfindungsprozess zu integrieren. Genau hier kommt der neue Aufgabenbereich Operative Kommunikation der Bundeswehr (OpKomBw) zum Tragen. Mit dem Fachwissen zu Wahrnehmung, Kommunikation und dem Wirken mit Information verfügt die Bundeswehr erstmalig über die Fähigkeit, das „Informationsumfeld“ als militärischen Handlungsraum zu erschließen.

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Unser Handlungsraum: Das Informationsumfeld

Eine Weltkugel mit der Darstellung des Leistungsspektrums des Zentrums.

Das Informationsumfeld. (Quelle: ZOpKomBw/)Größere Abbildung anzeigen

Um den Faktor Information besser in Entscheidungsfindungsprozesse integrieren zu können, bearbeiten wir das Informationsumfeld. Im Wesentlichen vollziehen sich im Informationsumfeld die Wechselbeziehungen zwischen der Information selbst und Menschen oder Hilfsmitteln, die diese Informationen aufnehmen, verarbeiten und weitergeben. Somit ist das Informationsumfeld der Raum, in dem Informationen aufgenommen, verarbeitet und weitergegeben werden. Dabei kann die Information durch Sprache, Gestik, Mimik, Handlung, Schrift oder Bild, direkt von Mensch zu Mensch, oder durch mediale Mittel wie Handys, Emails, etc. erfolgen.

Beispiele hierfür sind die Verbreitung von Gerüchten oder – für uns von besonderem Interesse – die Wahrnehmung, der Austausch und die Meinungsbildung über sich ereignende militärische Operationen durch im Raum lebende Individuen. Auch die Weitergabe von Daten mittels Computer oder Smartphones vollzieht sich im Informationsumfeld. Für ein umfassendes Verständnis müssen dabei vor allem die Wechselwirkungen dieser Elemente sowie die kultur- und regionalspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden. Diese Teilfähigkeiten befähigen uns, die gesamte Operationsplanung unterschiedlicher militärischer Bedarfsträger hinsichtlich des Informationsumfeldes zu unterstützen.

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Unser „Kernprozess“: Analyse, Planung & Wirkungskontrolle

Ein Soldat sitzt vor zwei Computermonitoren.

Analyse, Planung und Wirkungskontrolle in Echtzeit (Quelle: ZOpKomBw)Größere Abbildung anzeigen

Durch das Erfassen, Analysieren, Bewerten und Beurteilen der Lage im Informationsumfeld erreichen wir ein besseres Verständnis des Informationsumfeldes innerhalb eines für die militärische Operationsführung relevanten Raumes. Hiermit leisten wir einen Beitrag zum militärischen Gesamtlagebild. Dazu werden Daten erhoben und Informationen gewonnen, die für die Lage im Informationsumfeld von Bedeutung sind. So recherchieren wir zum Beispiel gezielt, wie sich in einem entsprechenden Gebiet einflussreiche Akteure zu bestimmten Themen äußern, wie sich Berichterstattung in den Medien gestaltet oder wie Menschen Inhalte und Ereignisse wahrnehmen. Dabei nutzen wir beispielsweise Inhalte pakistanischer Nachrichtenagenturen, malischer Zeitungen und kosovarischer Tweets.

Regionalexpertise, ein ausgeprägtes systemisches und analytisches Verständnis sowie Recherchefähigkeiten sind die Markenzeichen unserer Analysten.
Da das Informationsumfeld sehr komplex ist, erlaubt uns die Methode der „Systemischen Analyse“ eine Komplexitätsreduzierung. Das so erzielte Analyseergebnis wird dann in einem bedarfsgerechten Detaillierungsgrad für die militärische Führung aufbereitet.

Hierbei beschränken wir uns jedoch nicht allein auf die Unterstützung laufender Einsätze. Auch im Rahmen der nationalen Krisenvorsorge erfassen, analysieren und bewerten wir die Lage im Informationsumfeld in den Interessengebieten der Bundeswehr.

Bei der Planung und Steuerung von Informationsaktivitäten unterstützen wir in allen Phasen des Führungsprozesses, um beabsichtigte Wirkungen im Informationsumfeld zu erzielen. Dazu nutzen unsere eingesetzten OpKom-Planer ihr ausgeprägtes systemisches Verständnis, um das Informationsumfeld zur Unterstützung der eigenen Operationsplanung zu bearbeiten. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den zuarbeitenden Analysten und Wirkungskontrolleuren unerlässlich.

Soldaten im Gespräch mit der Zivilbevölkerung.

Kommunikationsprofis im Einsatz. (Quelle: ZOpKomBw)Größere Abbildung anzeigen

Während und nach der Durchführung von Operationen muss jeder militärische Führer in der Lage sein, auf Grundlage eines aktuellen Lagebildes seine Maßnahmen zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen. Hierzu stehen ihm Methoden der Kontrolle und Auswertung zur Verfügung. Für den kontinuierlichen Soll-Ist-Abgleich der Lage im Informationsumfeld verfügen auch wir über eine fachspezifische Wirkungskontrolle.

Diese Wirkungskontrolle nutzt Methoden, die speziell auf das Informationsumfeld ausgerichtet sind. Darunter fallen beispielsweise Auswertungen Sozialer Medien wie Twitter oder Facebook, oder die Auswertung und Aufbereitung von Umfragen im Kontext militärischer Fragestellungen. Unterstützt durch Fachexpertise von Soziologen und Psychologen lassen sich so wertvolle Erkenntnisse zur Wahrnehmung eigener Operationen gewinnen, die als Teil des kontinuierlichen Soll-Ist-Abgleiches in den Führungsprozess eingebracht werden.

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Eine Collage aus Darstellungen der Fähigkeiten der Soldaten operativen Kommunikation.

Medien im Einsatz. (Quelle: ZOpKomBw)Größere Abbildung anzeigen

Kommunikationsprofis - Kräfte, Mittel & Methoden der OpKomBw

Der Beitrag der Operativen Kommunikation der Bundeswehr für den Truppenführer im Einsatz beschränkt sich nicht nur auf beratende Dienstleistungen, die durch Analyse, Planung und Wirkungskontrolle geleistet werden. Auch Wirkungen im Informationsumfeld können wir mit eigenen Kräften und Mitteln herbeiführen. Dazu verfügen wir über speziell ausgebildetes und ausgestattetes (Kommunikations-) Fachpersonal: Unsere Soldatinnen und Soldaten der Einsatzstaffeln des Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr.

Mit der entsprechenden Expertise rund um die Kommunikation im Einsatzgebiet können die Kräfte vielseitig eingesetzt werden. Sie sind Faktor und Medium der Meinungsbildung im Einsatzgebiet.

Im Rahmen der Direktkommunikation werden geplant und zielgerichtet Gespräche mit der Bevölkerung vor Ort genutzt, um beabsichtigte Wirkungen durch Informationsaktivitäten zu erzielen. Dazu verfügen diese Kräfte über ein weitreichendes Verständnis der Kommunikationsziele und sind mit den kulturellen Gegebenheiten vor Ort sowie den spezifischen Kommunikationsgewohnheiten der Zielgruppe vertraut. Sie müssen in der Lage sein, vollbeweglich im Operationsraum zu agieren. Dadurch können auch spezifische Zielgruppen, wie beispielsweise Frauen über das Female Engagement, erreicht werden.

Massenmedien und -kommunikationsmittel erweitern unser Fähigkeitsspektrum um die Möglichkeit, mit Fernsehen, Druckerzeugnissen, Radio oder Neuen Medien einzeln oder aber auch medienübergreifend im Verbund, die Zielgruppe im Einsatzland und darüber hinaus abstandsfähig zu erreichen.

Durch die Interkulturelle Einsatzberatung mit ihren in diesem Bereich hoch spezialisierten Offizieren sind wir in der Lage, Entscheidungsträger in der Vorbereitung und Durchführung von Einsätzen zu allen Aspekten der kulturellen Besonderheiten des Einsatzgebiets zu beraten. Ebenso sind Interkulturelle Einsatzberater befähigt, Netzwerke zu relevanten Akteuren aufzubauen und zu unterhalten.

Alle diese Kräfte, Mittel und Methoden sind entscheidende Faktoren, um in einem Einsatzgebiet die Akzeptanz für die politischen Zielsetzungen und militärischen Absichten zu erhöhen.

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Mit der Kamera weltweit im Einsatz: Einsatzkamera

Deutsche und afghanische Soldaten stehen beieinander.

Mit der Kamera weltweit im Einsatz. (Quelle: ZOpKomBw)Größere Abbildung anzeigen

Die politische Leitung und militärische Führung muss in unterschiedlichen Szenarien schnelle Entscheidungen treffen, die weitreichende Auswirkungen haben. Dazu muss innerhalb kürzester Zeit ein Gesamtlagebild generiert werden. Dazu tragen auch unterschiedliche Aufklärungsergebnisse bei. Was hierbei jedoch fehlt, sind Bewegtbilder, die einen noch plastischeren Eindruck der Lage vor Ort verschaffen können.

Diese Lücke wird durch unsere Einsatzkameratrupps (EKTs) geschlossen. Binnen kürzester Zeit weltweit einsetzbar und für jedes Umfeld ausgebildet, dokumentieren die „EKTs“ alles vor Ort, was zur Entscheidungsfindung in übergeordneten Dienststellen beitragen kann. Dies geschieht während laufender Einsätze aller Intensitäten, aber auch in der Vorbereitung eines Einsatzes wie zum Beispiel der Evakuierung deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger.

Nur die Einsatzkameratrupps verfügen sowohl über die redaktionellen Fähigkeiten als auch über die umfassende militärische Ausbildung und Erfahrung, um die gewünschten Eindrücke des Einsatzes bereitzustellen.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Dokumentation von diversen Einsatzaspekten bis hin zu Kampfhandlungen. Mit diesen Dokumentationen können entscheidende Beiträge zur Verbesserungen von Ausrüstung und Ausbildung beigesteuert werden.

Darüber hinaus können diese Einsatzeindrücke auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr genutzt werden. Als Beispiel dient das „Einsatzvideo der Woche“, das auf dem Bundeswehrkanal der Internetplattform „YouTube“ einer breiten Öffentlichkeit bereitgestellt wird und so einmalige Eindrücke der Einsatzrealität vermittelt.

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Soldaten senden für Soldaten: Radio Andernach & bwtv

Ein Soldat interviewt einen anderen Soldaten auf einem Schiff

Soldaten senden für Soldaten. (Quelle: ZOpKomBw)Größere Abbildung anzeigen

Zu den zugeordneten Unterstützungsaufgaben gehören die Truppeninformation mit Hörfunk und die Truppenbetreuung mit Rundfunk.

Die Truppeninformation mit Hörfunk stellen wir durch den Soldatensender Radio Andernach sicher. Nahezu jedem Soldaten bekannt, symbolisiert die Eigenmarke Radio Andernach ein Produkt, das wie kaum ein anderes für das Band zwischen Militär und den jeweiligen Partnern und Familien steht. Unsere dort eingesetzten Männer und Frauen halten einen sogenannten 24/7 Betrieb aufrecht, der den Vergleich mit keinem zivilen Radiosender zu scheuen braucht. Da hier Soldaten für Soldaten senden, wird viel Wert auf den Erfahrungshorizont unserer Redakteure und Techniker gelegt. Radio Andernach sendet nicht nur aus der Heimat für den Einsatz, sondern auch aus dem Einsatz für die unmittelbare Hörerschaft heraus.

Neue Wege beschreiten wir mit der Truppenbetreuung mit Rundfunk. Bundeswehr-TV (bwtv) ist nunmehr Teil des Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr. Neben der Bereitstellung von Reportagen, Spielfilmen und Unterhaltungsprogramm zur Freizeitgestaltung aus einem Archiv können auch Grußsendungen als Brücke aus der Heimat in den Einsatz im Bewegtbild ausgestrahlt werden. Somit erreichen wir mit der Truppenbetreuung eine neue Dimension, mit der große Entfernungen – zumindest dem Gefühl nach – noch besser überwunden werden können. Auch hier ist es das maßgebliche Ziel, ein Stück Heimat in den Einsatz zu bringen.

Zugleich dienen die Truppenbetreuung und -information nicht nur der Motivation des einzelnen Soldaten. Vielmehr erweitern sie das Spektrum des Truppenführers um die Möglichkeit, seine unterstellten Soldaten zeitgleich adressieren und ansprechen zu können.

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Stand vom: 03.06.16 | Autor: 


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