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Abschließende Gesprächsrunde zur ABC-Abwehrübung „Coronat Mask 2018“

Finale Planungen, Abstimmungen und Gespräche. Es ist spürbar: Man befindet sich auf der Zielgeraden. Am 14. September beginnt – unter der Verantwortung des FNC Clusters CBRN Protection – die größte ABC-Abwehrübung, die bis heute in der NATO oder der EU stattgefunden hat: Die CORONAT MASK 2018.

Eine Grafik, die die ABC-Maske vor dem europäischen Kontinent zeigt
Offizielles Wappen der Übung „Coronat Mask 2018“ (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Oberst Henry Neumann, Kommandeur des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr in Bruchsal, hat zur finalen Besprechung geladen. Unter Beteiligung von zehn weiteren Nationen fanden vom 11. bis 14. Juni in den Casinoräumen der Kaserne auf dem Eichelberg, auf dem Truppenübungsplatz sowie im Schloss der Stadt Bruchsal die letzten Abstimmungen statt. Aber worum geht es eigentlich genau bei CORONAT MASK?

Ziele der Übung CORONAT MASK 2018

Soldatinnen und Soldaten stehen als Gruppe auf einer Rasenfläche
Community und Partner - das Kernteam der Übung CORONAT MASK 2018 (Quelle: Bundeswehr/Butz)Größere Abbildung anzeigen

Die Übung CORONAT MASK ist Teil der deutschen Framework Nations Concept (FNC) Initiative, die 2014 von der Bundesverteidigungsministerin bei der NATO angemeldet wurde. Unter dem Dach dieser Initiative werden durch eine Gruppe von Nationen gemeinsam Fähigkeiten entwickelt, ABC-Abwehrkräfte ausgebildet, aufgestellt und für NATO-, EU- und andere Einsätze bereitgehalten. FNC zielt darauf ab, mittel- bis langfristig effizientere Kräftestrukturen, stabile Kooperationsbeziehungen zwischen den Partnernationen und eine daran gekoppelte multinationale Fähigkeitsentwicklung zu schaffen, die NATO und EU gleichermaßen hilft. Deutschland hat als Rahmennation für die ABC-Abwehr und den Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefährdungen eine koordinierende Rolle inne. Das ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr ist das durchführende Kommando und verantwortlich für die Ausgestaltung.

Über 1500 Soldatinnen und Soldaten aus 14 Nationen

Soldatinnen und Soldaten stehen als Gruppe auf einer Rasenfläche
Der „Blick ins Gelände“: deutsche, britische und belgische ABC-Abwehr-Spezialisten (am 26.09.2018) (Quelle: Bundeswehr/Günther)Größere Abbildung anzeigen

Um den globalen Herausforderungen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik begegnen zu können, bedarf es einer intensiveren, gemeinsamen internationalen Zusammenarbeit - vor allem in Europa. Angesichts der in vielen Partnerländern parallel stattfindenden Reformen und Anpassungsprozessen kann nur eine internationale Arbeitsteilung (burden sharing) zu Einsparungen und Effizienzgewinnen führen. Es geht insbesondere bei der Verhinderung und Bewältigung von ABC-Ereignissen um eine effizientere und gemeinsame Nutzung optimierter Fähigkeiten (pooling and sharing). Des Weiteren werden zukünftige Herausforderungen beleuchtet, die nicht nur isoliert das Militär betreffen, sondern die Bevölkerung insgesamt. Im Verbund mit anderen zivilen und militärischen Fähigkeitsträgern können diese Herausforderungen bewältigt werden (comprehensive approach). Wer zusammenarbeitet, muss eben auch zusammen ausbilden, üben und integrativ agieren.

CORONAT MASK 2018 stellt hierfür den elementaren Grundstein für das Cluster CBRN Protection. In vier Ländern, zehn Übungsräumen, u.a. in Bergen-Munster, im Großraum Stetten am kalten Markt, in Tisa, Tschechien, in Civitavecchia, Italien, sowie Zemianske Kostolany, Slowakei, werden über 1.500 Soldatinnen und Soldaten aus 14 verschiedenen Nationen in gemischten Verbänden das gemeinsame Vorgehen in Krisensituationen üben.

Abschließende Abstimmungen in Bruchsal

Soldaten aus Italien und Tschechien sind auf im Gespräch
Leiter des JCBRN Def CoE aus Vyskov, Oberst Vratislav Oswald (rechts) im Gespräch (mit den Kommandeuren des tschechischen ABC-Abwehrbataillons 311 (Mitte) und des italienischen ABC… (Quelle: Bundeswehr /Günther)Größere Abbildung anzeigen

Unter dem strengen Auge des Directors des NATO Joint CBRN Defence Center of Excellence (beheimatet in Vyskov, Tschechien), steht am Ende ein Ergebnis, das über die weitere Zukunft des Clusters entscheidet. Absicht von Oberst Henry Neumann ist es am 27.09.2018 offiziell sagen zu können, „wir sind soweit – einsatzbereit und handlungsfähig und -sicher“.

In Bruchsal fanden hierfür die abschließenden Abstimmungen statt, bei denen mehrere Fragen im Zentrum – unter anderem: Wer kann wen mit welchem Personal und welchem Gerät noch unterstützen? Wie können ABC-Szenare möglichst realistisch und herausfordernd dargestellt werden? Was sind die besonderen Herausforderungen, insbesondere in den internationalen Übungsräumen? Wie wird der Joint Distinguished Visitors Day am 26. September 2018, an dem die teilnehmenden Staaten ihr ABC-Abwehrgerät präsentieren, in Bruchsal gestaltet? Diese und noch weitere Fragen galt es zu klären, zu erörtern und das weitere Vorgehen abzustimmen. Hierfür dienten Besprechungsräume, der Blick ins Gelände aber auch gemeinsame Abendveranstaltungen, bei denen deutsche Kommandeure die Ihnen unterstellten internationalen Zugführer kennenlernen konnten.

ABC-Bedrohung europaweit abwehren

Männer und Frauen in einem Gruppenbild mit Blick auf die Rheinebene im Hintergrund
Gemeinsamer Abschlussabend an der Michaelkapelle (Quelle: Bundeswehr/Günther)Größere Abbildung anzeigen

Grundlage für diese Übung ist das gemeinsame Verständnis, dass die ABC-Bedrohung in Europa stetig wächst, die hybride Bedrohung durch staatliche und nichtstaatliche Akteure ein abgestimmtes Verständnis zu Reaktionsmöglichkeiten im Verbund sowie eine höhere Interoperabilität zwingend erfordert. Dem Kommandeur des ABC-Abwehrkommandos kommt es daher besonders darauf an, möglichst viele europäische ABC-Abwehrkräfte für die Übung CORONAT MASK (15. – 27.09.2018) zu mobilisieren, um den Beweis zur „vollen Funktionalität“ des Clusters antreten zu können.

Das angestrebte Planungsziel Deutschlands und der NATO - in Europa über ausreichend ABC-Abwehrkräfte für mindestens drei multinationale Divisionen mit jeweils bis zu fünf Kampftruppenbrigaden zeitgleich zu verfügen - muss bis 2032 erreicht werden. Auch diese großen Truppenkörper werden in den bevorstehenden Jahren vermehrt als „Volltruppe“ üben müssen, um ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen zu können. Darauf gilt es sich einzustellen und keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass Deutschland auch im Bereich ABC-Abwehr seiner neuen Führungsrolle gerecht wird - getreu dem Motto des ABC-Abwehrkommandos „Finis Coronat Opus“, das Ende krönt das Werk.


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Stand vom: 04.07.18 | Autor: 


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