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Ungediente verstärken die Reserve

Der eine ist Programmierer, der andere Bürgermeister. Es gibt Rettungssanitäter und Maurer in ihren Reihen, aber auch Studenten und Kaufleute. In der Bundeswehr gedient hat bisher keiner der rund 43 Rekruten, die sich in insgesamt vier Modulen beim Landeskommando Baden-Württemberg (LKdo BW) zum Wach- und Sicherungssoldat ausbilden ließen.

Zwei Soldaten legen Tarnschminke an
Neues Konzept: Ungediente Bürgerinnen und Bürger werden zu Soldaten. (Quelle: LKdoBW/Schmid)

In Stetten am kalten Markt absolvierten die Ungedienten des zweiten Durchgangs die Rekrutenprüfung und stellten ihr erworbenes, militärisches Können unter Beweis. Künftig werden die zum Gefreiten d.R. Beförderten Reservedienst leisten und die RSU-Kompanien unterstützen.

Zwei Soldaten legen Tarnschminke an
Militärische Fähigkeiten stehen im Vordergrund der Ausbildung. (Quelle: LKdoBW/Schmid)Größere Abbildung anzeigen

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Hohe Motivation

Ebenso vielfältig wie der berufliche Hintergrund der Bewerber ist deren Motivation sich für den Reservedienst zu melden. Abenteuerlust spielt dabei keine Rolle. Vielmehr ist es der Gedanke, als Reservedienstleistender einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, sich als Angehöriger einer RSU-Kompanie für seine Heimatregion zu engagieren. Keiner der rund 40 Rekruten hat aktive Vordienstzeiten vorzuweisen. In vier Modulen mit insgesamt 17 Ausbildungstagen, absolvieren sie eine komprimierte Grundausbildung.

Der Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, Oberst Christian Walkling, legt Wert auf die Feststellung, „dass es sich dabei keineswegs um ‚eine abgespeckte‘ Ausbildung handelt“ und stellt das Militärische in den Vordergrund. „Menschen, die unser Angebot annehmen und als Rekrut direkt und ohne Umweg über die aktive Truppe in die Reserve eintreten, erhalten in den Modulen das Rüstzeug für Ihr freiwilliges Engagement.“ Um später als Wach- und Sicherungssoldat dienen zu können, müssen die Rekruten vor allem die klassischen, soldatischen Fähigkeiten wie Schießen, Wachdienst und das Leben im Felde beherrschen.

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Interview Oberst Walkling

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Viel Engagement

Das verlangt von den „Neueinsteigern“ – zwischen 20 und 56 Jahre alt – viel Eigeninitiative, beispielsweise sich theoretische Ausbildungsinhalte oder Vorschriften im Selbststudium anzueignen. Für die einzelnen praktischen Abschnitte müssen sie sich von ihren Arbeitgebern freistellen lassen, Wochenenden investieren. Die Ausbildung übernehmen erfahrene Reservedienstleistende als Gruppen- und Zugführer. Für diese gilt das Gleiche: viel eigene Zeit in den Dienst für unsere Bundeswehr zu investieren. Nach der Theorie folgt im Modul 2 die Ausbildung am Gewehr G36, Fernmelde- und ABC-Gerät sowie ein Marsch mit militärischer Ausrüstung. Geschossen mit dem G36 wird im 3. Modul, welches auch den Basis Fitness Test und Sanitätsausbildung beinhaltet. Den Abschluss bildet das Modul 4 mit einem Biwak, einer 36-Stunden-Übung und weiteren Schießvorhaben sowie der Wachausbildung.

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Die Highlights

Die aktive Truppe unterstützt mit Material- und Personalabstellungen. Oberst Walkling hofft darauf, dass das neue Konzept trägt und in den Strukturen der Landeskommandos verankert wird. Die Grundlage für das Ausbildungsvorhaben bildet bisher die „Weisung für die Reservistenarbeit“ des Stellvertreters des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Beauftragten für Reservistenangelegenheiten. Die Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw).

Nahaufnahme eines Soldaten, kriechend auf der Hindernisbahn
Fordernde Ausbildung in den Modulen. (Quelle: LKdoBW/Schmid)Größere Abbildung anzeigen

Die Rekruten des Landeskommandos Baden-Württemberg sind inzwischen zum Gefreiten der Reserve befördert und haben ihre „Grundi“ erfolgreich abgeschlossen. 170 waren angetreten, um sich als Reservedienstleistender ausbilden zu lassen. Rund 50 Prozent der Bewerber – so die bisherigen Erfahrungen – schaffen es nach einer Musterung und weiterer Prüfungen in das Programm. Es bietet also ungedienten Bürgerinnen und Bürgern, die sich in der Reserve für die Sicherheit und zum Wohl unseres Landes engagieren wollen, ein glaubwürdiges Angebot für ihren Einsatz. Für 2020 liegen bisher schon 260 Anträge vor. Den „Neuen“ steht die Laufbahn in der Reserve offen. Aber auch der Seiteneinstieg in die aktiven Einheiten und Verbände ist nicht ausgeschlossen.

Nahaufnahme einer Beförderung
Das Ziel: Gefreiter d.R. als Wach- und Sicherungssoldat. (Quelle: LKdoBW/Schmid)Größere Abbildung anzeigen

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Die Abschlussübung

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Stand vom: 09.09.2019 | Autor: 


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